Am 10. März besuchten wir vom Kulturcafé die Flüchtingsunterkunft auf dem ehemaligen Autefa-Gelände in Friedberg.

Statt eines langen Berichtes möchte ich diesmal die Eindrücke der Schüler sprechen lassen:

 „Ich fand es ein sehr aufregendes, emotionales und interessantes Erlebnis. Die Kinder haben über den Tod und den Krieg geredet wie wir über die Schule. Es war für alle Alltag. Und obwohl viele durch diesen Krieg Eltern, Geschwister oder Ehepartner verloren haben, waren alle zum weiterkämpfen bereit und sagten nicht, dass es das Ende wäre. Was mich persönlich auch gewundert hat, war, dass alle offen über ihre Situation geredet haben, uns ihre Zimmer gezeigt haben und vorallem, dass sie sich gefreut haben, dass man sie besuchen kommt.“

„Zu sehen, wie glücklich die kleinen Kinder spielen beziehungsweise sind, obwohl sie weit weg von zu Hause leben und einige von ihnen nicht einmal beide Elternteile bei sich haben. Zu verstehen, wie verwöhnt und fernab von jeglichem Leid und Schmerz wir leben. Zu merken, wie schwer es sein muss sein Land verlassen zu müssen. Zu spüren, wie gut es uns doch geht und wie schnell wir Gutes vermitteln können und zu erkennen, wie wichtig Dinge wie Nächstenliebe, Gesundheit und Freude sind und auch sein sollten. Das alles empfand ich persönlich als sehr schön und erfüllend. Als wir alle am Flüchtlingsheim in Friedberg angekommen sind, sind wir vom Herrn Lohmann herzlich empfangen worden. Zunächst einmal wurden wir über die Umstände im Flüchtlingsheim selber, aber auch außerhalb aufgeklärt, dass der Landkreis zum Beispiel pro Tag ca. 30 neue Betten bereit stellen muss oder auch, dass bürokratische Geschehnisse teilweise völlig unverständlich abgehandelt werden, dass zum Beispiel die Registrierung der Flüchtlinge in unterschiedlichen Zeitspannen ablaufen und bestimmte Flüchtlinge dann mehrere Monate warten müssen, wohingegen andere in wenigen Wochen schon registriert werden. Anschließend durften wir uns ein paar Wohnräume anschauen. Obwohl wir eine große Gruppe fremder Menschen waren, wurden wir auch von den Flüchtlingen sehr nett empfangen. Wir verstanden uns auf Anhieb gut, was dann aber leider den Abschied umso schwerer machte. Abschließend kann ich sagen, dass das eine tolle Erfahrung für mich war und eine gute Möglichkeit, um mehr Einblick und damit auch Verständnis für die Problematik zu erhalten.“

„Es war interessant und aufschlussreich, die Leute mal näher kennenzulernen, teils auch echt berührend. Kurz gesagt einfach menschlich.“

 „Der riesige Raum mit dem einem, doch schon etwas älteren Sofa in der Mitte bedrückt einen.

Und ein solches Gefühl bleibt auch im ganzen Haus bestehen. Die Gänge sind kahl und kühl. Das schlimmste bzw. traurigste sind dann doch die Küchen und die privaten Zimmer der Flüchtlinge. Sehr spärlich eingerichtet, mit Bett und Tisch, einem kalten PVC Boden und die Fenster direkt auf die Straße gehend. Doch dann kommt man in Kontakt mit den Geflüchteten, welche genau das Gegenteil von dem kalten und traurigen Flüchtlingsheim sind.

Direkt kommen uns die Kinder entgegengelaufen und begrüßen uns auf Arabisch. Die Mütter stehen im Hintergrund und lächeln. Eine solche Gastfreundschaft von Asylbewerbern, also Ausländer, in einem für sie fremden Land war schon etwas Eigenartiges, aber durchaus etwas extrem Schönes.

Und diese Gastfreundschaft kann man sich nicht vorstellen wie mit der in einem deutschen Haushalt, in welchem vielleicht nur freundlich ein Bonbon oder etwas zu trinken gereicht wird. Nein. Obwohl, sowohl ich als auch die Flüchtlinge, wissen, dass sie selber nicht viel besitzen, laden sie einen auf ein großes, warmes und extrem leckeres Abendessen ein.“

„Ich fand den Besuch im Flüchtlingsheim der Autefa in Friedberg sehr interessant. Die Stimmung war sehr gut und man hat viel Neues gehört und endlich mal mit eigenen Augen gesehen, über was seit Monaten diskutiert wird. Alles in Allem sehr gelungen!“

Sussan Al-Khatib