Der Herbst – warm, feucht, Pilz-Zeit. Das W-Seminar Chemie „Gifte lauern überall“ erhielt einen interessanten, lebensnahen Einblick in das Reich der Pilze. Herr Günther Groß, ein Augsburger Pilzexperte informierte die Schülerinnen und Schüler auf beeindruckende Art und Weise über die Vielfalt, Verbreitung und Gefahren der Giftpilze sowie deren Wirkungsweise.


Neben unter anderem dem vielseits bekannten Fliegenpilz (Amanita muscaria) mit den darin enthaltenen Pilztoxinen Ibotensäure, Muscarin und (R)-4-Hydroxy-2-pyrrolidon, dem gelben Knollenblätterpilz (Amanita citrina), enthielt sein Körbchen den giftigsten einheimischen Pilz, den spitzgebuckelten Raukopf (Cortinarius rubellus). Dieser rost- bis zimtbraune Blätterpilz enthält in nennenswerten Mengen das Gift Orellanin. Auf die Nachfrage, welche Menge von diesem Pilz bereits tödlich wäre, blickte Herr Groß einmal durch den Raum mit insgesamt 18 Personen und antwortet spontan: „Der würde für uns alle reichen…“

Beeindruckend, welch kleine Menge. Das Gefährliche an diesem Pilz ist, dass erst ca. 12 bis 14 Tage nach dem Verzehr des Pilzes Vergiftungserscheinung, wie übermäßiger Durst, Nierenschmerzen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost eintreten. In diesen zwei Wochen schädigt das Toxin bereits massiv die Nieren, indem es die Proteinbiosynthese der Nierenzellen hemmt und im schlimmsten Fall zu Nierenversagen führt.

Sandra Deffner