Im Angesicht der anstehenden Seminararbeit und dem Abi, war es wichtig auch mal den praktischen Tätigkeitsbereich der Biochemie oder allgemein der Laborarbeit kennenzulernen. Im Labor des Münchner Max-Planck-Instituts ging es hauptsächlich um die Aufgaben von Proteinen und Enzymen in Lebewesen. Der Hintergrund liegt darin, dass eine große Zahl an Giften (Toxinen) selbst der Stoffklasse der Proteine angehören.


Konkret bestand unsere Aufgabe darin, Proteine, die ja für das menschliche Auge unsichtbar sind, wissenschaftlich nachzuweisen und diese ebenfalls sichtbar zu machen.

Ganz zu Beginn musste uns natürlich die wichtigste Grundtechnik eines Laboranten zunächst beigebracht und geübt werden: Das Pipettieren im Mikroliterbereich.

Danach ging es mit der qualitativen Analyse los: Der Polyacrylamid-Gelelektrophorese. Mit dieser Hightech-Labormethode war es möglich, verschiedene Proteinproben, die wir zuvor selbst präparieren mussten, zu unterscheiden. Je nach Größe des Moleküls, ist seine Wanderung durch ein Gel schneller oder langsamer; durch Einfärben dieser Gelschichten, lassen sich die Proben daraufhin sichtbar machen und man kann auf ihre Art schließen.

Anschließend kam eine klassische Nachweismethode anhand eines Indikators, Phenolphthalein, das uns auch aus dem Unterricht bekannt war. Zwei Öl-Wasser-Lösungen wurden mit Phenolphthalein und Natronlauge versetzt. Aufgrund des hohen pH-Werts färbten sich beide Reagenzien rot. Geben wir jetzt aber eine Pankreatinlösung in eine der Proben, entfärbt sich diese langsam. Die Enzyme der Pankreatinlösung spalten die im Öl enthaltenen Fettmoleküle in Glycerin und Fettsäuren, die dann mit der Natronlauge reagieren und den pH-Wert wieder in Richtung saures Milieu verschieben. Hiermit tritt in einer der Proben eine Farbveränderung auf, wohingegen die Andere unverändert bleibt.

Zuletzt ging es um eine quantitative Bestimmung der Konzentration einer Testsubstanz. Mit einem Photometer, das die Lichtdurchlässigkeit eines Stoffes misst, wurden unterschiedliche, von uns hergestellte Probenkonzentrationen untersucht. Im Vergleich mit diesen Probelösungen war es uns möglich, die Konzentration der unbekannten Probe zu bestimmen.

Diese praktischen Einheiten waren immer wieder von kurzen theoretischen Einschüben unterbrochen, die uns die Chemie und die Technik hinter den Versuchen verdeutlicht haben.

Insgesamt war unser Praktikum am Max-Planck-Institut ein spannender und interessanter Einblick in die wissenschaftliche Arbeit eines Laboranten, wobei schnell deutlich wurde, dass diese Arbeit nicht nur aus Erfolg, sondern auch aus unglaublich aufwendiger Kleinstarbeit und demotivierenden Misserfolgen besteht.

Christian Wagner und Simon Helbing, Frau Deffner