Künstlerische Rauminstallation und Bildungsperformances der Q12 im Schulhaus des RDG Die bildende Kunst sprengt bereits seit mehr als 100 Jahren sichtbare und unsichtbare Grenzen und eignet sich dabei immer weitere reale und geistige Räume an. Die Schüler der Q12-Kunstkurse 2ku1 und 2ku2 konnten diese „Raum-Bildung“ kurz vor ihrem Abitur auf zweierlei Weise künstlerisch im Schulhaus zum Ausdruck bringen.

Am Ende des ersten Halbjahres hatten sie zunächst – nach Vorbild des Dekonstruktivismus – aus 41 individuell gestalteten Modulen ein architektonisches Gemeinschafts-Faltwerk geschaffen, das sich im Mensagang am oberen Bereich der Pinnwände wie ein kristallines weißes Gebilde räumlich von der vertikalen Fläche abhebt.

Hiermit offenbart sich dem aufmerksamen Betrachter darüberhinaus auch eine inhaltlich-formale Schnittstelle zwischen „Gebautem Raum“ (Thema 12/1) und „Kommunikation“ (Thema 12/2): Eine Rauminstallation im Schulhaus – 

Die eigenen künstlerischen Kommunikationsfähigkeiten konnten Sie im zweiten Halbjahr in Form von Performances, die in Kleingruppen von 2 bis max. 5 Personen skizziert, geplant und im Schulhaus an frei gewählten Orten öffentlich durchgeführt wurden, ebenfalls unter Beweis stellen.

„Das Buch“ als Handlungsobjekt war dabei von zentraler Bedeutung. Auslöser für eine Performance konnte beispielweise eine allgemeine Beobachtung oder eine eigene Erfahrung sein, die mit starken Emotionen verbunden ist. Um den Unterschied zwischen künstlerischer Performance und klassischem Theater körperlich erfahrbar zu machen, begannen beide Kurse jeweils mit einer kurzen Sequenz spielerischer Vorübungen zur authentischen Assoziation von Handlung – im Theatersaal unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Erst daraufhin folgte die intensive künstlerische Bearbeitung des Themas „Bildung“ in den Kleingruppen und die öffentlichen Präsentationen im Schulhaus. Die kritische inhaltliche Auseinandersetzung der Abiturienten spannte dabei den Bogen von Chancengleichheit, unterschiedlichen sozialen Vorrausetzung für Bildung innerhalb der Gesellschaft, Uniformität versus Individualität und dem Gefühl des unbeweglichen Eingemauert-Seins von Wissen bis hin zur Visualisierung verschiedener Lern- und Erfolgstypen, dem „Sturz“ in die Arbeitswelt und vielem mehr.