Derzeit fallen bezüglich der momentanen Flüchtlingspolitik insbesondere in sozialen Medien viele gedankenlose Äußerungen. Umso wichtiger ist es daher, sich selbst zu informieren, um sich ein eigenes Bild zu machen und gegebenenfalls mit bestehenden Vorurteilen aufzuräumen.

Der Wahlkurs „Kulturcafé“ lud in diesem Zusammenhang den syrischen Flüchtling Nawras Hussein ein, der von seinen Erlebnissen in der Heimat und der schwierigen Reise nach Deutschland berichtete.

Nawras studierte in seiner Heimatstadt Aleppo, als der Krieg ausbrach und er gezwungen wurde, sein Land zu verlassen. Er musste sich von seiner Familie trennen und in einem fremden Land allein ein neues Leben aufbauen.

Als Nawras zu erzählen beginnt, ist seine Stimme belegt. Er versucht zu erklären, wie sehr er sein Land liebt und wie schwer es für ihn war, seine Heimat hinter sich zu lassen. Doch dann verstummt er. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an diese Zeit. Während seiner zwei letzten Jahre in Aleppo versuchte Nawras ein möglichst normales Leben zu führen. Als die Auseinandersetzungen immer schlimmer wurden, beschloss er schließlich, mit zwei Freunden nach Deutschland zu fliehen. Die Flucht von Syrien über Griechenland und weitere europäische Länder nach Deutschland war ein sehr beschwerlicher Weg. So musste er zum Beispiel auf der Fahrt über das Mittelmeer tagelang mit anderen Flüchtenden auf einem Boot bei Wasser und Datteln ausharren und hilflos dabei zusehen, wie einer von ihnen vor ihren Augen ertrank.

Ein Jahr ist nun vergangen, seit er in Augsburg angekommen ist. Doch noch glaubt er nicht, dass er diese Stadt irgendwann einmal seine Heimat nennen kann.

Als zweiter Gast des Kulturcafés trat Michael Buchheit, ein ehrenamtlicher Helfer des Projekts „Übergepäck eines Flüchtlings“ und ehemaliger Schüler des RDGs, auf. Er informierte darüber, welche Herausforderungen auf Asylbeantragende in Deutschland zukommen, und berichtete von seiner Arbeit bei „Übergepäck eines Flüchtlings“ in Augsburg.

Abschließend bot der Abend den Zuhörern die Möglichkeit, Kontakte zu ehrenamtlichen Helfern und Einrichtungen in der Umgebung zu knüpfen, um in Zukunft selbst zum Helferkreis zu gehören.

Autorin: A. Khan