Mo Asumang zeigt ihren Dokumentarfilm `Die Arier´ und spricht mit Schülerinnen und Schülern der 10. Jahrgangsstufe über Pluralismus und Toleranz

Die Moderatorin, Regisseurin und Schauspielerin Mo Asumang war im Rahmen ihrer Film- und Lesetour am Freitag, dem 11. November 2016, an unserer Schule.

Wir freuen uns sehr, dass es dank der großen Unterstützung des Vereins `Gegen Vergessen – Für Demokratie´ gelang, dass Frau Asumang bei uns am RDG Station machte.

Die Filmemacherin hat sich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema `Rassismus´ auseinandergesetzt und dazu u. a. den vielbeachteten Film `Die Arier´ produziert.

Mo Asumang engagiert sich vielfach gegen Diskriminierung und gegen Rassismus; sie plädiert für mehr Zivilcourage und setzt sich für eine starke demokratische Gesellschaft ein.

Mo Asumang

Bei der Veranstaltung wird den Schülerinnen und Schülern zunächst der Film `Die Arier´ vorgespielt. [http://www.bpb.de/mediathek/198266/die-arier]

In dem Film geht Mo Asumang der Frage nach, was hinter der Idee von sogenannten „Herrenmenschen“ steckt. Sie begibt sich zu selbsternannten „Ariern“ auf Demonstra-tionen von Rechtsradikalen, trifft sich in den USA mit Rassisten und begegnet dem Ku Klux Klan. Sie konfrontiert die Menschen, die sich als „Arier“ gerieren, mit der Frage, was ein „Arier“ eigentlich sei. Die Antworten sind erschreckend und wirr zugleich, vollkommen obskur, und lösen kopfschüttelndes Gelächter bei den Schülern aus, aber auch fassungslose Stille.

Für den Film reiste Mo Asumang auch zur Volksgruppe der Arier in den Iran; in den Interviews wird deren fundamentale Lebensauffassung von der Gleichbehandlung aller Menschen und vom gegenseitigen Respekt deutlich.

Im Anschluss an den Film beantwortet Mo Asumang Fragen von Schülern und spricht über ihre eigenen Erfahrungen. Sie berichtet von Morddrohungen gegen sie und ruft angesichts der Zunahme von Rechtspopulismus und Rechtsextremismus zu großer Wach-samkeit auf. Dabei erklärt sie den Schülern, dass sie stets das Gespräch mit einzelnen Personen gesucht habe; einer geschlossenen Gruppe Rechtsradikaler, gar in aufgeheiz-ter Stimmung, zu begegnen, ist weder klug noch hilfreich, sondern gefährlich.

Aber viel mehr als zu mahnen, plädiert Mo Asumang für Offenheit und Toleranz im Umgang miteinander. Es gibt einfach keinen Grund, vor Menschen anderer Hautfarbe oder Religion Angst zu haben, sie auszugrenzen oder gar zu diskriminieren.

Aufeinander zugehen lautet daher ihr Motto. Sie zeigt im Film wie im persönlichen Auftreten eine bewundernswerte Offenheit im individuellen Gespräch mit Menschen, die eigentlich voller Angst und Hass sind.

Offenheit, Mut und Gelassenheit – eine Haltung, die Menschenverachtung nicht zulässt, eine Haltung, die wirklich menschlich ist und damit zur unschlagbaren Stärke wird.