Der Papst zu Gast im RDGNaja fast, gemeint ist im Titel nicht das Oberhaupt der katholischen Kirchen, Papst Franziskus, sondern der„Doping-Papst“. Sein Name ist Dr. med. Helmut Pabst, Ehrenpräsident des Bayrischen Sportärzteverbands und Gründer des PWC Labors in Gilching, welches seit 1994 nationale und internationale Wettkampf- und rainingskontrollen im Sport durchführt. Herr Pabst hielt seinen Vortrag über Doping vor Schülern der 12. Klasse,welche das Thema Doping aktuell im Unterricht bearbeiten.

Dr. Pabst stellte in seinem Vortrag eine allgemeine Übersicht über Doping vor. Angefangen bei ethnischen Problemen, die das Dopen mit sich bringt, über die „Schluckmentalität“ – gemeint ist das ständige Einwerfen von Pillen bei jeder Kleinigkeit – in der Bevölkerung, dem Begriff „Doping“ und was er alles inkludiert, bis hin zum Anti-Doping-Gesetz.

Dr. Pabst legte den Fokus seines Vortrags auf das Klären der Frage: Was gehört alles zum Dopen dazu? Zum Beispiel ist der Weg, auf dem eine verbotene Substanz entwickelt wird, wichtig. Die meisten Doping-Mittel haben eine therapeutische Entwicklung, werden aber schlichtweg zweckentfremdet und so zum Doping. Bestes Beispiel ist das durch die Tour de France bekannte EPO (=Erythropoetin), welches ursprünglich für Dialysepatienten mit Blutarmut oder für Krebspatienten nach einem aggressiven Chemotherapiezyklus gedacht war. Dr. Pabst stellte noch weitere Mittel und Methoden vor, dem Einen bekannt, wie Anabolica oder Stimulantien, dem Anderen fremd, wie das Dopen mit Hilfe von eigenen Erythrozyten. Die Erythrozyten in unserem Blut sind mitverantwortlich für die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. Das machen sich Sportler zu Nutzen: Man nimmt Blut ab und extrahiert die Erythrozyten vom restlichen Blut. Warum der ganze Aufwand? Eigenes Blut lässt sich nur wenige Wochen lang lagern bis es unbrauchbar wird, Erythrozyten alleine können im Kühlschrank mehrere Monate brauchbar bleiben. Interessant ist auch, dass Canabinoide und Alkohol ebenfalls auf der Liste der verbotenen Mittel stehen.

Wie simpel Doping aber auch sein kann zeigt ein Beispiel aus Deutschland: Zur Heim-Olympiade 1972 „entwickelten“ Sportärzte des deutschen Schwimmverbands eine Methode, mit der ihre Sportler besseren Auftrieb im Wasser hatten. Ganz einfach, sie pumpten ihnen Luft in den Enddarm und das Resultat war mehr Auftrieb und eine bessere Lage im Wasser. Einziges Problem an der Sache war: Meist war die Luft schon wieder draußen bevor sie an den Start gingen, denn von der Kabine oder dem Quartier bis zum Start ist die meiste Luft verpuft.
Was die Zukunft im Sport bringt, beziehungsweise beim Dopen, das weiß keiner so genau, jedoch wird Gen-Doping eine immer größere Rolle spielen. Pabst warnt auch vor den Folgen dieser Methode, da diese nicht vorhersehbar sind und das Gen-Doping schlichtweg nicht nachweisbar ist.
Eine umfassende Prävention, schon im Kindesalter zur Fairness erziehen, Übungsleiter und Trainer besser informieren und auch die Sportler selber über Nebenwirkungen aufklären und Gesetze gegen Doping-Sünder wie in Deutschland erlassen, das sind alles Wege die Doping verhindern und den Sport wieder Fair machen können.
Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, auch für Dopinglabore. Denn Skandale wie bei den Olympischen Spielen in Turin 2006, bei denen große Fehler im Labor gemacht wurden, schaden dem Image des Sports und der Glaubwürdigkeit der World Anti Doping Agency.

Vielen Dank nochmal an Dr. Pabst für den sehr interessanten Vortrag, sowie Frau Hildensperger und Frau Leitner, die uns diese Möglichkeit erst gegeben haben!