Dass sich die Lebensbedingungen seit der Antike deutlich verändert haben, dürfte jedem bewusst sein. Doch wie das Leben damals genau ausgesehen hat, kann man sich oft nur schwer vorstellen. Ziel im Lateinunterricht ist es aber, diese Phase der menschlichen Geschichte wieder lebendig und für die Schüler greifbar werden zu lassen.

Im Unterricht erfahren die Schüler der 6. Jahrgangsstufe unter anderem, wie die Römer früher wohnten: Die Grundstruktur eines römischen Stadthauses unterscheidet sich dabei sehr von heutigen Wohnstätten. Man betrat es nämlich über einen Eingangsbereich (vestibulum) und gelangte dann in den zentralen Raum, das sogenannte Atrium. Von diesem aus erreichte man die Wohnräume wie etwa das Speisezimmer (triclinium) und die Schlafräume (cubiculum). Charakteristisch für ein Atrium ist, dass das Licht nicht etwa durch Fenster, sondern durch eine große mittige Öffnung im Dach einfällt. Das einfließende Regenwasser wird dann in einem Becken (impluvium) aufgefangen. Im hinteren Teil befand sich dann häufig ein Garten (hortus), der von einem Säulengang (porticus) umgeben war.

Mit Hilfe einer Bastelvorlage machten sich die Schüler in Kleingruppen ans Werk: Sie schnitten aus, falteten und klebten nach Plan, gerade wie antike Baumeister. Dafür war nicht nur feinmotorisches Geschick, sondern auch ein gewisses räumliches Vorstellungsvermögen von Nöten. Manch einer begann noch, das ein oder andere Detail farbig auszumalen. Am Ende konnten alle dann stolz ihr Haus in Händen halten, und im wahrsten Sinne des Wortes Antike „begreifen“. Der gegenwärtige moderne und lebendige Lateinunterricht beinhaltet einfach mehr als nur Deklinieren, Konjugieren und Übersetzen…

Matthias Nusko